Bevölkerung wird älter

03. September 2008

Das Land Salzburg wird "älter". Besonders im Lungau wird davon betroffen sein und zudem als einziger Bezirk im Bundesland einen "Einwohnerschwund" hinnehmen müssen. Das stellt Politik und Wirtschaft vor Herausforderungen. Neue Daten haben Statistiker des Landes präsentiert.

Salzburgs Bevölkerung bekommt weniger Kinder und lebt länger. Das sind zwei Erkenntnisse einer von der Landesstatistik groß angelegten Studie, die die Bevölkerungsentwicklung bis 2032 untersucht hat. Erstmals wurde dabei auch eine Prognose auf Gemeindeebene gewagt.

Demzufolge ist der Lungau der einzige Bezirk, der weiter an Einwohnern verlieren wird: In den nächsten 25 Jahren wird ein Rückgang um 4,8 Prozent erwartet. Bedingt durch den erwarteten starken Wegzug vor allem der jungen Bevölkerung wird der Lungau den Prognosen zufolge im Jahr 2032 der Bezirk sein, in dem die Schere zwischen Alt und Jung am weitesten auseinander klafft. Sein Jugendanteil könnte dann nur noch 17,3 Prozent und der Seniorenanteil "stolze" 28,2 Prozent betragen.

"Gegensteuern müssen wir, indem wir Arbeitsplätze schaffen, Wohnungen errichten und die Kinderbetreuung ausbauen. Wer zu Hause gute Bedingungen vorfindet, wandert nicht ab", sagte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) bei der Präsentation der Zahlen. Das Durchschnittsalter des Lungauers wird im Jahr 2032 voraussichtlich 47,1 Jahre betragen – heute liegt es im landesweiten Schnitt bei 40 Jahren.

"Auch damit stellen sich neue Herausforderungen. Akut-Geriatrie, Reha-Maßnahmen sowie Hospiz- und Palliativmedizin müssen ausgebaut werden", so Burgstaller.

2032 ist der Lungauer im Schnitt 47 Jahre alt
Generell steigt die Zahl der Einwohner des Bundeslandes Salzburg in den nächsten 25 Jahren von derzeit rund 530.000 um etwa sechs Prozent auf zirka 560.000 Menschen. Zum Vergleich: In den vergangenen 25 Jahren waren es fast 20 Prozent.

Welche Gemeinden werden nun konkret voraussichtlich am stärksten altern, welche Gemeinden werden in 25 Jahren den höchsten Seniorenanteil aufweisen? Derzeit schwankt das Durchschnittsalter in den fünf "ältesten" Gemeinden zwischen 42,1 (Lofer) und 42,7 Jahren (Anif). Die fünf "jüngsten" Gemeinden haben ein Durchschnittsalter von 35,1 (Werfenweng) bis 36,5 Jahren (Göriach) – allerdings sind beides Kleingemeinden mit derzeit nicht einmal 1000 Einwohnern. 25 Jahre später, im Jahr 2032, wird das Durchschnittsalter in Salzburgs demographisch ältesten Gemeinden voraussichtlich zwischen 48 (Wald im Pinzgau) und 51 Jahren (Weißpriach) betragen. Die fünf jüngsten Gemeinden werden dann voraussichtlich mit 40 (Thomatal) bis 42 Jahren (Untertauern) ein Durchschnittsalter aufweisen.

Den Rückgang an Erwerbstätigen werden zum Teil Migranten kompensieren. Der Zuzug sei auch einmal vor dem Hintergrund der Wertschöpfung zu sehen, die nötig ist, um die nötigen Leistungen im Sozialbereich aufzubringen, meint der Chef des Landesstatistischen Dienstes, Josef Raos, der sich aber auch für umfassende begleitende Integrationsmaßnahmen ausspricht.

Prozentuell am stärksten wachsen wird in den nächsten 25 Jahren übrigens der Ballungsraum rund um die Stadt Salzburg: am stärksten der Flachgau, für den bis 2032 eine Zunahme um neun Prozent prognostiziert wird – im Vergleich zu mehr als 40 Prozent in den vergangenen 25 Jahren. Selbst dieser dynamische Bezirk wächst also deutlich schwächer als früher. Der Tennengau wird aller Voraussicht nach bis 2032 um 7,2 Prozent zulegen, gefolgt von der Stadt Salzburg, die mit plus sechs Prozent im Landesdurchschnitt liegt. Innergebirg’ wird die Bevölkerung des Pongaus mit 4,3 Prozent noch am stärksten zulegen, der Pinzgau, der voraussichtlich um 2,1 Prozent wachsen.

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Quelle:www.salzburg.com