
Mobilfunk und Roaming in Österreich
Österreich verfügt über ein modernes, zeitgemäßes und flächendeckendes Mobilfunknetz. Neben dem alten GSM-Netz ist in weiten Teilen ebenfalls das schnellere UMTS-Netz verfügbar, welches die mobilen Datendienste rund um Internet und E-Mail ermöglicht. Es gibt vier unabhängige österreichische Mobilfunkanbieter: „A1“ (Telekom Austria), „T-Mobile“ (Deutsche Telekom), „Orange“ (Mid Europa Partners & France Telecom) und „3“ (Hutchinson Whampoa). Die Vorwahlen der direkten Mobilfunkanbieter schlüsseln sich wie folgt auf: 0664 (A1 Mobilkom Austria), 0676 (T-Mobile), 0699 (Orange) und 0660 (3). Die Nationale Vorwahl des Landes Österreich lautet 0043.
Mit welchen Roaming-Kosten muss ich rechnen?
Ebenso wie in vielen anderen Ländern gibt es weitere Anbieter von Mobilfunktarifen, die allerdings über keine eigene Netzinfrastruktur verfügen – so genannte Provider bzw. Reseller. Diese sind jedoch für die Roaminggebühren unerheblich, da Roaming lediglich über direkte Mobilfunkanbieter funktioniert. Mit Roaming bezeichnet man die Nutzung eines fremden bzw. ausländischen Mobilfunknetzes. Grundsätzlich kann man mit jeder deutschen Karte das Mobilfunknetz eines ausländischen Anbieters nutzen. Unabhängig davon, ob man einen Vertragstarif oder einen Prepaid-Tarif hat, werden dabei die Roaming-Gebühren fällig. Diese Roaming-Gebühren werden dann über das Guthaben der Prepaid-Karte sofort oder bei Vertragskunden mit der nächsten Rechnung abgehalten.
Hohe Mobilfunk-Preise sinken -
durch die EU reguliert
Die Roaming-Gebühren sind in den letzten Jahren sehr stark gesunken. Seitdem die EU den Mobilfunkanbietern konkrete Preisgrenzen vorgeschrieben hat, sind die Gebühren allein im Jahr 2007 um 60% gesunken. Vor allem Viviane Reding, Telekom-Kommissarin der EU hat sich für die von der EU verordnete Preissenkung eingesetzt. Vor dem Sommer 2007 kostete 1 Minute Telefonie in Deutschland durchschnittlich 1,10 €. Es bestand somit ein enormer Preisunterschied zwischen den immer günstiger werdenden Tarifen im Inland und den „teuren“ Auslandsgebühren.
Derzeit sind immer noch die aktuellen EU-Verordnungen aus dem Jahr 2007 in Kraft. 1 Minute ausgehende Telefonie darf demnach nicht mehr als 46 Cent zzgl. Mehrwertsteuer kosten. Eingehende Gespräche sind auf 24 Cent zzgl. Mehrwertsteuer gedeckelt. Das versenden von Kurznachrichten, den so genannten SMS kosten derzeit allerdings immer noch bis zu 39 Cent je Nachricht (innerhalb der EU).
ACHTUNG!
Datentransfer kann zur Kostenfalle werden
Doch nicht nur die SMS sind noch verhältnismäßig teuer, sondern auch mobile Datendienste. Wer momentan mit seinem Handy im Ausland ins Internet einwählen will oder eine E-Mail abrufen bzw. verschicken möchte, muss nach wie vor tief in die Tasche greifen.
Für 2009 sind laut Reding weitere Preisregulierungen geplant, gerade hinsichtlich der Kosten für SMS und mobiler Datentransfer. Derzeit kann ein 1 MB Datentransfer im Ausland bis zu 16 Euro kosten. Eine absolute Kostenfalle! Zum Vergleich: Im heimischen Mobilfunknetz liegen die Kosten für 1 MB Datentransfer im günstigsten Fall bei unter 10 Cent. Unverständlich bleibt auch die Preispolitik in Sachen SMS. Reding gibt an, dass Betreibern pro SMS Kosten in Höhe von 1 Cent entstehen. Derzeit zahlt man durchschnittlich satte 29 Cent für eine SMS.
Die EU plant für den Sommer 2009 die Preise für SMS auf 11 Cent zu regulieren und die Gebühren für den mobilen Datentransfer auf maximal 1 € für 1 MB begrenzt werden. Zudem wird derzeit im Minutentakt abgerechnet. Auch das soll sich zu Gunsten einer sekunden-genauen Abrechnung ändern. Gute Aussichten also für den Verbraucher.
Mobilfunk in Österreich: Hinweise, Tipps & Tricks
Grundsätzlich gilt es bei der Nutzung seiner deutschen Mobilfunkkarte im Ausland folgendes zu beachten: Lassen Sie sich eingehend bei Ihrem Anbieter bzw. Provider über die spezifischen Roaming-Gebühren beraten. Oftmals stehen für Vertragskunden Zusatztarife zur Verfügung, die für einen kurzen Zeitraum (meist 1 Monat) optional dazu gebucht werden können. Mit diesen Zusatztarifen bzw. Tarifoptionen kann vor allem bei regerer Nutzung bares Geld gespart werden. Für absolute Wenigtelefonierer, die ihr Mobiltelefon nur für den Notfall dabei haben, ist davon aber eher abzuraten, da diese Tarifoptionen gebührenpflichtig sein können.
Eine unbedachte Kostenfalle kann die Mailbox werden. Wenn Sie diese im Ausland nicht zwingend benötigen, so schalten Sie diese vor der Einreise ab. Denn das Besprechen der Mailbox wird ebenfalls mit Roaming-Gebühren belastet. Für Prepaidkunden gilt: Sorgen Sie bevor Sie abreisen für ausreichend Guthaben auf Ihrer Karte. Zwar ist das Aufladen in Österreich auch ohne weiteres möglich, doch oftmals ist der Anruf, um die Karte aufzuladen nicht kostenfrei.
Wer viel innerhalb Österreichs telefonieren möchte sollte über die Anschaffung einer PrePaid- Karte nachdenken. Einheimische Anbieter sind dann meist günstiger als die Angebote des heimischen Mobilfunkbetreibers für Urlaubsreisende. Außerdem lohnt sich für Viel-Urlauber für solche Fälle oft ein Zweithandy, das im Riesefall das teure Vertragshandy ersetzen kann. Bei Verlust ist der Schade dann nicht so groß. Und über einen unabhängigen Handy-Shop, können diese Mobiltelefone sogar beim selben Anbieter unter Vertrag sein, so dass man das Handy auch zu Hause nutzen kann.
Quick-Infos
Wichtige Vorwahlen:
Anbieter & Reseller
0664, 0680 - A1 (Mobilkom Austria)
0676, 0650 - T-Mobile
0699, 0681 - Orange / YESSS!
0660 - 3 (Hutchinson Whampoa)
Vorwahl nach Österreich
0043
Verfügbarkeit
GMS - nahezu überall
UMTS - weit verbreitet
Tipps
- Schalten Sie Ihre Mailbox aus, das Besprechen kostet
- Fragen Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter nach kurzzeitigen Zusatztarifen für das Ausland
Achtung!
Mobiler Datentransfer ist im Roaming-Fall extrem teuer:
Bis zu 16 € werden pro MB fällig.
