20.04.2006
Besucher anderer Epochen erzählen über das Lustschloss Hellbrunn
Von Schloss Hellbrunn
Johann Baptist Weis, um 1840
Hellbrunn is ein kaiserliches Lustschloß mit einem großen Garten, im älteren Styl. Wir haben z’erst das steinerne Theater besucht, was ganz in Felsen g’hauen is, und was sich herrlich für die Liebhaber=Theater schicket, weil man da glei steinerne Figuren a dabei hätt’. Der Hupfenzwingerl wollt’ uns zum Monatschlößchen a h’naufführen, aber mein linker Fuß und die Frau von Dorndreher haben g’waltig protestirt. I hab’ g’sagt, daß mir Salzburg so gut g’fallt, daß i bald wieder kummen werd’, aber für heut’ dank i Gott, wann i in der Ebene fortkumm.
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Hesther Lynch Piozzi, um 1785
Ein Fieber hielt uns ab, die Salzwerke zu besehen, wovon die Stadt ihren Namen erhalten hat, aber die Wasserleitungen zu Heilbrunn unterhielten uns einen Augenblik; ich sah nie so glückliche Bieber, als die des Erzbischofs von Salzburg, der ihnen vergönnt, ja sie sogar aufmuntert, zu bauen, und sich zu vergnügen, wie sie nur wollen: er hat auch Fische, die aus seiner Hand fressen, Karpfen sind es nicht, aber was sie eigentlich sind, weiß ich auch nicht.
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Dominico Gisberti, um 1670
Oh welch schönen Rückzugsort, welche Anmut, welch Entzücken, welch kleines irdisches Paradies habe ich heute, kaum eine Stunde vor Salzburg, zu betrachten das Glück gehabt [...]
Das ist Hellbrunn, seines Namens wahrhaftig würdig, denn es hat ringsherum Wasser heller als Glas, klarer als Kristall und durchsichtiger und durchscheinender als selbst der Himmel [...]
Markus Sittikus, Erzbischof berühmten Angedenkens, liebte diesen Hügel, der mit seinen hundert Bächen im grünen Schoße einer weiten Ebene das brachliegende Glück eines Ortes beweinte, der es verdiente, von der Welt begehrt zu werden.[...]
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Quelle: www.hellbrunn.at
